Der Zauber der Sterne

Mein zweites Buch

In meinem Debütroman “Das Glitzern des Glücks” sind rund um Victoria noch einige Fragen offen geblieben. In diesem Buch erfährt man nun ihre Sicht der Dinge, sowie ihre ganz persönliche Hintergrundgeschichte. Sie ist nämlich in ihren besten Freund verliebt. Als er ihr mitteilt, dass er heiraten möchte, endet dies beinahe im Desaster. Doch das ist noch lange nichts im Vergleich zu dem, was danach passiert …

 

 

Der Trailer zum Buch (noch mit altem Cover)

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Lies doch mal rein …

»Sie müsste jeden Moment hier sein.« Es war noch sehr früh, aber Matt und Victoria standen gut gerüstet für ihren Wanderausflug neben Matts Auto. Mit den Augen suchten sie das Ende der Straße ab, aus der Matts Freundin kommen müsste. Er wirkte ungeduldig während er erneut auf sein Handy schaute. »Meistens kommt sie ziemlich genau fünfzehn Minuten zu spät.«
»Aha! Lange genug, um aufzufallen, aber nicht lange genug, um als unhöflich abgestempelt zu werden. Geschickt!« Ihr bester Freund lachte über Vickys treffende Analyse, während sie ihren Rucksack abnahm und auf den Asphalt stellte.
»Soll ich dir schon mal das Benzingeld geben?« Vicky öffnete bereits die Schnallen ihres Rucksacks, doch Matt winkte ab. »Lass nur, du bist eingeladen.«
»Aber Matt! Das sind mindestens–«
»Kein Ding«, unterbrach er und zuckte mit den Schultern. Obwohl klar war, dass Matt von seinem Vater überaus großzügig unterstützt wurde – vielleicht auch um den schmerzhaften Verlust seiner Mutter vor einigen Jahren wenigstens auf diese Weise auszugleichen, ließ er dies nie großartig raushängen. Er zahlte, wenn sich eine gute Gelegenheit bot, für Vicky mit – ohne ihr jemals das Gefühl zu geben, sich aushalten zu lassen oder dass es unausgewogen sei. Wahrscheinlich durfte sie ihn als Ausgleich auf eine Kugel Eis einladen.

In diesem Moment bog Jenna um die Ecke am Ende der Straße. In kleinen Trippelschritten lief sie eilig auf die beiden zu. »Es tut mir so leid!«, rief sie von weitem. Außer Atem kam sie vor ihnen zum Stehen. »Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welche Schuhe ich tragen soll.«
Unwillkürlich wanderten Matts und Vickys Blicke Richtung Füße. Vicky biss sich auf die Unterlippe. Ganz ruhig, ganz ruhig, murmelte sie innerlich.
Matt hingegen fragte: »Und die Schuhe, für die du dich dann entschieden hast, sind nun im Rucksack, oder?«
Jenna lachte glockenhell auf. »Ich weiß, was du denkst!« Sie hob ihren Fuß leicht in die Luft und drehte ihn zur Seite, so dass man sehr gut ihren schlanken Knöchel und den schmalen Lederschuh sehen konnte.
Mit Absatz.
Es waren zumindest keine High Heels, aber ihre Schuhe hatten einen nicht zu verheimlichenden Absatz. Fünf Zentimeter ungefähr.

»Du fragst dich sicherlich: Wie kann man zu einer Wandertour Absatzschuhe tragen? ABER, das sind die bequemsten Schuhe, die ich habe. Ich kann darin stundenlang shoppen gehen. Das ist kein Problem. Und – was man jetzt nicht sieht – ich habe darin sogar Geleinlagen. Die Schuhe sind daher so bequem wie Turnschuhe!«
Zur Demonstration ging sie ein paarmal in die Knie und hüpfte schließlich kurz in die Luft. Mit einem klackenden Geräusch trafen die Absätze auf das Kopfsteinpflaster.
Matt blieb geduldig, was Vicky sehr bewundernswert fand. »Jen, wir haben vor, den höchsten Berg Englands zu besteigen. Wenn wir kurz vor der Spitze sind, werden wir wahrscheinlich stellenweise auch ein wenig klettern müssen …«

Das zauberte ein strahlendes Lächeln auf Jennas Gesicht: »Aber dann helfen mir die Absätze doch sogar. Immerhin bin ich dann schon ein kleines Stückchen weiter oben.« Sie stellte sich zusätzlich auf die Zehenspitzen und deutet an, wie viel weiter ihre Arme jetzt reichten.
»Das mag ja alles sein, Schatz, aber wir werden über zehn Meilen laufen. Das ist schon etwas schwieriger als eine Shoppingtour durch die Fußgängerzone. Hast du nicht noch andere Schuhe zu Hause? Wenn du keine Wanderschuhe hast, vielleicht Turnschuhe? Oder wenigstens welche mit flachem Absatz?«

Jenna schien so angestrengt zu überlegen, dass sich ihre makellose Stirn kräuselte. Selbst so sah sie immer noch umwerfend aus – das musste Vicky zugeben. Schließlich schüttelte Jenna den Kopf. »Das brauche ich aber auch nicht.« Mit energischen Schritten ging sie auf Matts Auto zu, öffnete den Kofferraum und schmiss ihren knallpinken und überraschend kleinen Rucksack und einen dafür umso größeren Rollkoffer hinein. »Glaubt mir, das klappt mit den Schuhen ganz wunderbar. Ihr werdet keine Klagen hören.«
Matt atmete hörbar aus, während Vicky nun ihr Glück versuchte. »Hör mal, ich glaube dir, dass die Schuhe momentan sehr bequem sind, aber so eine Wanderung ist wirklich nicht zu unterschätzen. Welche Schuhgröße hast du? 38? Ich habe noch ein zweites Paar Wanderschuhe zu Hause, die können wir holen.«
Jenna reckte ihr Kinn zur Seite. »Ich habe 37.«
»Wir könnten deine Geleinlagen in meine Schuhe legen, dann passt es bestimmt.«

»Nein, das ist nicht nötig. Es wird schon gehen.« Sie öffnete die Beifahrertür und war im Begriff einzusteigen, als Vicky ihren letzten Trumpf ausspielte. »Auf den Wanderwegen liegen viele lose Steine und Wurzeln. Deine Schuhe sehen sehr teuer aus und ich kann dir garantieren, dass das nach einer Stunde nicht mehr der Fall sein wird. Am Ende der Wanderung könnten sie vollkommen ruiniert sein.«
Für zwei Sekunden zögerte sie. Doch dann ließ sie sich auf den Sitz fallen und rief: »Das ist mir egal.«
Vicky und Matt warfen sich einen letzten skeptischen Blick zu. Schließlich zuckte Matt mit den Schultern und sie gingen ebenfalls zum Auto.

Jenna rief überflüssigerweise vom Beifahrersitz »Ich sitze vorne!« Matt öffnete die Fahrertür. »Süße, Vicky ist jetzt wahrscheinlich zu höflich, das zu sagen, aber ich weiß, dass ihr oft schlecht wird, wenn sie hinten im Auto sitzt.«
Vicky öffnete schnell die Hintertür und setzte sich ebenfalls. »Quatsch, das ist kein Problem. Ich werde schon überleben. Wir können uns ja abwechseln.«
»Ich brauch dich aber, um die Karte zu lesen. Mein Bruder hat mein Navi für seinen Frankreichurlaub ausgeliehen.«
»Und ich kann keine Karte lesen oder was?« Jenna verschränkte ihre Arme.
»Nein, das wollte ich jetzt nicht sagen. Aber Vicky und ich haben ja schon mehrere Fahrten zusammen gemacht und wir sind einfach ein sehr gut eingespieltes Team. Sie weiß, wie früh sie mich vorwarnen muss und kann gut mit auf die Abfahrten achten …«
»Das habe ich als Kind schon immer auf unseren Urlaubsfahrten gemacht.« Vicky lächelte entschuldigend in einem Versuch, die angespannte Stimmung ein wenig zu lockern.
»Ich kann auch Karten lesen.«

Schob Jenna jetzt tatsächlich die Unterlippe nach vorne? Auf jeden Fall klang sie wie ein trotziges Kind.
Matts Gesicht verhärtete sich. »Okay. Meinetwegen. Du kannst Karten lesen. Trotzdem möchte ich dich bitten, dich nach hinten zu setzen.« Seine Stimme duldete keine Widerrede und so erhob sich Jenna mit einem theatralischen Seufzer vom Beifahrersitz und Vicky öffnete ihre Tür. Sie meinte, Jenna etwas murmeln zu hören wie »Vicky, Vicky, Vicky!«, war sich aber nicht sicher, ob sie sich das einbildete oder nicht.

Nach acht scheinbar endlosen Stunden kamen sie in Windermere an.
Vicky hatte während der Fahrt mehrmals innerlich geflucht, Matts Bitte nachgegeben zu haben, seine Freundin mitbringen zu dürfen. Jenna hatte ihre schlechte Laune schnell vergessen. Sie hatte sich in die Mitte der Rückbank gesetzt, sich nach vorne gebeugt und pausenlos geplappert. Als Jenna und Matt frisch zusammengekommen waren, hatte Vicky sich noch gewundert, wie man so viel erzählen konnte, aber mittlerweile war ihr klar, dass, wenn man einfach ungefiltert sämtliche Gedankengänge nach außen trug, schon einiges zusammen kommen konnte. Leider glich Jennas Innenleben nicht gerade einem fesselnden Roman von Suzanne Collins oder Sebastian Fitzek, sondern eher einer Scripted-Reality-Show im Privatfernsehen. Und irgendwie warf sie mit Personennamen um sich, als wenn man sie auf jeden Fall kennen müsste, dabei wusste Vicky, dass noch nicht einmal Matt all ihre Freunde und Kollegen kannte. Das machte aber nichts, denn Jenna hatte kein Problem damit, die ganze Zeit alleine zu reden, solange einer von den beiden in regelmäßigen Abständen ein »Hmmmm« oder ein bestätigendes Nicken von sich gaben.

Hin und wieder hatte Vicky unauffällig einen Seitenblick auf Matt geworfen. Er schien nicht halb so genervt zu sein wie sie – eher das Gegenteil war der Fall. Fröhlich lächelte er vor sich hin und schien den Erzählungen gerne zu lauschen. Victoria war heilfroh, als sie endlich in dem kleinen Bed and Breakfast ankamen und sie der Dauerbeschallung entfliehen konnte. Vor dem gemeinsamen Abendessen entschuldigte sie sich mit der Ausrede, müde zu sein. Sie war eigentlich ein sehr geduldiger Mensch, aber Jenna brachte sie regelmäßig an ihre Grenzen.

Styhead 2 Miles verkündete das hölzerne Hinweisschild und die Pfeilspitze deutete auf einen zunächst harmlos aussehenden Schotterweg.
»Das wird unsere erste Zwischenstation«, erklärte Matt mit einem Nicken in Richtung des Schildes. »Ich habe uns die einfachste von vier Routen ausgesucht.« Er wirkte wie gewohnt gut gelaunt, aber sein Blick wanderte zwischendurch immer wieder zu Jennas Schuhen und Victoria erkannte, dass er sich Sorgen machte. Zu Recht wahrscheinlich. Aber es war nicht ihre Aufgabe, das Thema noch mal anzusprechen. Es war ja sowieso zu spät.
»Na dann, wollen wir mal!« Jenna klatschte in die Hände und trippelte enthusiastisch auf das hölzerne Tor zu, das den Anfang des Wanderweges markierte.
Matt und Vicky warfen sich im einträchtigen Verständnis ein nachsichtiges Lächeln zu und gingen gemächlich hinterher.

Sorgfältig schloss Vicky das Tor hinter ihnen, damit die Schafe, die hier eventuell irgendwo grasten, nicht entkommen konnten. Sie sog die frische Luft tief in sich ein und versuchte, den Tag zu genießen. So lange hatte sie sich auf diesen Ausflug mit Matt gefreut, das wollte sie sich von nichts und niemandem verderben lassen.
Ihr bester Freund und sie hatten schon häufiger gemeinsame Wandertouren unternommen und diese hier sollte ihr Highlight werden. Der Scafell Pike, der höchste Berg Englands, stand als Erstes auf dem Plan, und wenn sie dann noch Kraft hatten, gab es noch zwei weitere Bergspitzen, die sie danach erklimmen konnten. Der Aussicht würde überwältigend sein.

Aber auch jetzt schon war die Landschaft wunderschön. Der Weg schlängelte sich durch das Tal und die Sonne ließ die Berge in unterschiedlichen Grünschattierungen leuchten. Kleine Schäfchenwolken perfektionierten die Kulisse.
Es gab nur einen kleinen Haken.
Und dieser Haken trug einen pinken Rucksack und zerstörte die malerische Aussicht. Vom Kräfteeinteilen schien sie nicht viel zu halten. Sie war vorgerannt – oder vielmehr getippselt und hatte nun einen kleinen Bachlauf erreicht, der ungehalten über den steinigen Wanderweg floss. Mit großen Augen sah sie Matt an, der sie nun eingeholt hatte und ihr galant die Hand reichte, um ihr beim Überqueren zu helfen. Wie ein Flamingo tapste sie von Stein zu Stein.

Matt drehte sich zu Vicky und bot auch ihr seine riesige – immer warme und gemütliche – Hand an. Mit einem Lächeln schüttelte sie den Kopf und überquerte den Bach in zwei großen Schritten ohne Hilfe. Wenn Jenna schon auf sie eifersüchtig war, wollte sie ihr nicht noch mehr Anlass zur Sorge geben. Denn immerhin war sie deswegen mitgekommen, wie Matt ihr im Vertrauen gesagt hatte. Nun verwandelte sie die berühmten Matt-Vicky-Ausflüge in … etwas ganz anderes.

Matt verfiel neben Vicky in seinen üblichen Wanderrhythmus. Einträchtig schritten sie nebeneinander her, während zu ihrer Linken der Bach plätscherte, der nun parallel zum Weg verlief.
Jenna war weiterhin an vorderster Front unterwegs – als wolle sie etwas beweisen. Wie auf Knopfdruck blieb sie jetzt stehen, winkelte ihre Beine an und stellte ihren Fuß auf die Zehenspitzen. Die italienischen Schuhe glänzten in der Sonne. »Seht ihr, es geht ganz hervorragend mit diesen Schuhen!«, rief sie von weitem.
»Das ist schön, Süße!«, antwortete Matt und warf danach Vicky einen zerknirscht wirkenden Seitenblick zu. Wahrscheinlich dachte er das Gleiche wie sie: Aber wir haben ja auch erst 2% unserer Route geschafft …
Jenna kam nun auf sie zugerannt und holte ihr mit Strasssteinen besetztes Handy hervor. »Hier, mach mal’n paar Fotos von mir für Insta.« Sie drückte es Matt in die Hand und positionierte sich auf einer kleinen Steinbrücke, die nun vor ihnen lag. Für das Foto ging sie leicht in die Knie, legte ihre Hände auf die Oberschenkel und machte schließlich ein Duckface. Machte man das wirklich noch immer? Na ja, Jenna würde schon wissen, was Trend war.
»Jetzt wir beide!« Sie zerrte Matt zu sich heran und warf einen vermeintlich verführerischen Blick in die Kamera, während sie Matt auf die Wange küsste. Dann checkte sie das Bild und kicherte entzückt. »Das wird super ankommen! Ich poste es gleich mal. #lovenature #hikingday.« Als ihr Blick auf Vicky fiel, machte sie wieder ihre Bambiaugen. »Oh, wolltest du auch mit aufs Foto?«
»Nee, geht schon klar.« Ich steh nicht so auf Selbstdarstellung.

Matt setzte sich wieder in Bewegung. »Kommt Mädels, wir haben noch einen weiten Weg vor uns.«
Jenna sprang auf, überholte Matt und lief auf das nächste hölzerne Gatter zu, dass sie nun passieren mussten. Mit einem strahlenden Lächeln hielt sie es für Matt und Vicky auf.
»Danke, sehr nett–« Matt wollte nach der Pforte greifen, in dem Moment kicherte Jenna verspielt auf und schlug es ihnen mit ihrer gesamten Kraft entgegen. Gackernd lief sie davon. Ohne zu merken, dass das Tor mit voller Wucht gegen Matts rechtes Knie prallte. Matt, der damit nicht gerechnet hatte, krümmte sich fluchend zusammen und presste die Hände gegen das Gelenk. »Verdammt!«, zischte er erstickt.

»Oh je, das muss ja höllisch weh tun …« Zaghaft tätschelte Vicky seinen Rücken. Noch nie, hatte sie ihn unter solchen Schmerzen erlebt, daher war sie unsicher, wie sie sich jetzt verhalten sollte. Selbst die Schläge, die er beim Kickboxen hin und wieder einstecken musste, verkraftete er besser. Aber das Knie war ja auch ein sehr empfindliches Körperteil.
Inzwischen war Jenna zu ihnen zurückgekehrt. Sie wirkte wie ein reumütiger Hund. »Das tut mir so leid«, sagte sie mit großen klimpernden Augen. »Das wollte ich so nicht … ich wollte mir nur einen kleinen Vorsprung verschaffen.« Sie sah so unterwürfig aus, dass eigentlich nur noch gefehlt hätte, dass sie sich auf den Boden warf und ihre Kehle zum Biss anbot.
»Ist schon gut.« Matt klang gepresst, doch er richtete sich langsam wieder auf und bewegte vorsichtig das Kniegelenk.
»Geht es?«, fragte Vicky besorgt.
»Ich kann dich sonst auch stützen!«, rief Jenna, was in Anbetracht ihrer zierlichen Gestalt und Matts großem, muskulösem Körpers eher lächerlich wirkte.
Matt belastete vorsichtig sein Bein und griff abermals nach dem hölzernen Tor. »Danke, aber es ist schon okay.« Er öffnete es für sich und Vicky und sie gingen hindurch. »Ich glaube, es fühlt sich im ersten Moment schlimmer an, als es ist.« Er ging ein paar kurze Schritte. »Jetzt geht es schon wieder ganz gut.«
»Super, dann lass uns weiterwandern!« Jenna lief bereits los.
Victoria zögerte jedoch. »Bist du sicher? Mit Knieverletzungen ist nicht zu spaßen …«
»Ich weiß. Aber es fühlt sich wirklich in Ordnung an. Und wir haben uns so lange auf diesen Ausflug gefreut …« Er lächelte und setzte sich in Bewegung, wahrscheinlich um jegliche Widerrede zu umgehen.
Skeptisch beobachtete Vicky ihn und meinte ein leichtes Humpeln wahrnehmen zu können. Aber sie wusste, dass sie ihn nicht würde umstimmen können. In solchen Sachen hatte er einen unverbesserlichen Dickkopf. Also trat auch sie den weiteren Aufstieg an.

Ohne das Matt und Vicky etwas dagegen tun konnten, verfielen sie kurze Zeit später erneut nebeneinander in ihren gewohnten Wandertrott. »Und, wie kommst du mit der Arbeit über die Elementarteilchen voran?« Für Außenstehende mochte es komisch erscheinen, aber da Matt und Vicky beide Physik studierten, liebten sie es, in ihrer Freizeit physikalische Theorien zu diskutieren. Gerne hielten sie sich über ihre Projekte auf dem Laufenden und Vickys aktuelles Thema waren die kleinsten Teilchen der Materie – was sie höchst faszinierend fand. Sie war nun mal Physikerin aus Leidenschaft.

»Oh, ich habe die Arbeit fast fertig. Das Spannende ist, dass es in einigen Ländern Teilchenbeschleuniger gibt, in denen elektrisch geladene Teilchen annähernd auf Lichtgeschwindigkeit gebracht und aufeinander geschossen werden. Wäre es nicht super, das mal live zu sehen? Das wäre richtige physikalische Grundlagenforschung und ich könnte die fundamentalen Wechselwirkungen von Materie–«
»Nöööööööt!« Jenna hatte sie zu sich aufschließen lassen. »Nööööttt – Nerdalarm! Solche Themen wollen wir heute mal schön lassen.« Sie gab ihr glockenhelles Lachen zum Besten und erklärte danach: »Dann kann ich ja gar nicht mitreden.«
Oh nein, das wäre ja ein absoluter Weltuntergang!
Es wunderte Victoria nicht, dass Jenna sich beschwerte. Es nervte nur. Sie zerstörte die gesamte Qualitätszeit, die sie mit Matt verbrachte.
Und Jennas Eifersucht war vollkommen unbegründet.
Wenn nur nicht …
Wenn Matt sie nur nicht genau jetzt angeguckt und leicht verschmitzt seine grün gesprenkelten Augen verdreht hätte.
Wenn sie sich nur nicht wie das sprudelnde Leben fühlen würde, wenn er sie so anlächelte.
Wenn sie nur nicht voller Energie wäre, wenn er bloß in ihrer Nähe war.
Wenn mit ihm nicht die langweiligste Vorlesung ein aufregendes Event und ein trister Regentag eine erfrischende lauwarme Dusche wäre.

Gequält lächelte Vicky zurück und hoffte, dass Matt es als ein weiteres nachsichtiges Lächeln interpretieren würde. Eins von vielen. Es war fast so, als hätten sie gemeinsam ein schlecht erzogenes fünf jähriges Kind. Man könnte fast Galgenhumor entwickeln, wenn es nicht so schmerzhaft wäre.
Jeder Kuss.
Jede Umarmung.
Jeder intensive Blick und jede zärtliche Geste fühlten sich an, als würde man Sandpapier über ihr sprödes Herz reiben.

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