Wie schreibe ich ein Buch? Der ultimative Guide

Hier werde ich euch Schritt für Schritt erklären, wie man ein Buch schreibt.

Für alle, die es nur kurz und knapp wissen wollen, habe ich etwas vorbereitet:

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Nein? Du willst es ganz genau wissen? Ausgezeichnet! Dannn steigen wir jetzt ganz tief ins das Thema ein. Schritt für Schritt:

Am Anfang war die Idee …

Alles startet mit einer Idee. Wo finde ich diese Idee? Sie sind überall. Du musst nur die Augen offen halten. In der Zeitung, in deinem eigenen Leben, im Tratsch, den die Nachbarin erzählt hat, in Märchen und Sagen, die es schon seit Ewigkeiten gibt. Alles kannst du zur Inspiration verwenden und daraus eine ganz eigene Geschichte entwickeln.

Du brauchst noch mehr Inspiration, um Ideen zu entwickeln? Dann schau dir dieses Video an:

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Eine sehr effektive Methode ist das freie Assoziieren.

Wie geht das?

Greif dir dazu einen beliebigen Gegenstand aus der Nähe.

 

Und dann stellst du jede Menge Fragen:

  • Wer hat diesen Kaffee gemacht?
  • Wer hat ihn getrunken?
  • Eine Frau? Wieso hat sie ihn getrunken?
  • War sie zu Hause oder in einem Café?
  • Hat sie auf jemanden gewartet? Ist diese Person gekommen?
  • Wie fühlt sie sich?
  • Was hat sie an?
  • usw.

Du wirst sehen, dadurch beginnt sich von ganz alleine eine Geschichte in deinem Kopf zu spinnen. Und das Beste ist: Je öfter du das machst, desto einfacher wird es.

 

Oder hast du vielleicht schon eine Idee, weißt aber nicht, wie du sie zu einer konkreten Buchidee ausbauen kannst?

Das erkläre ich hier:

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test

Was muss ich über das Plotten von Büchern wissen?

Bücher Plotten im Überblick

Wenn du eine grobe Buchidee entwickelt hast, geht es an die feinere Planung. Hierzu solltest du dich ein wenig mit Story-Dramaturgie auskennen, damit in deinem Roman keine Langeweile aufkommt.

Langeweile = Todsünde bei Genre-Romanen.

Das Wichtigste ist, dass deine Geschichte auf einen Höhepunkt zuläuft:

 

Fast jede Story lässt sich in 3 Teile gliedern:

  • Einleitung

  • Mittelteil

  • Schluss

Der Höhepunkt kommt in der Regel kurz vor dem Schluss.

Wenn du noch mehr über die ganz grundlegende 3-Akt-Struktur erfahren möchtest, empfehle ich dir dieses Video:

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Okay. Und nun?

Zum Glück haben einige findige Leute erkannt, dass dies vielen noch nicht ausreichend hilft, um ihr Buch zu planen. Es gibt daher auch detailliertere Pläne, um dein Buch zu planen.

Zum Beispiel der 7-Punkte-Plan:

 

1. First Date mit dem Leser

Wir lernen den Protagonisten in seiner gewohnten Welt kennen. Hier solltest du bereits Fragen aufwerfen und deinen Charakter so spannend zeichnen, dass der Leser zum Weiterlesen angeregt wird.

2. Mach es problematisch. (Plotpoint 1 oder “Auslösendes Moment”)

Der Weg wird steinig …

Es gibt es ein Ereignis, oder er erhält eine Information, die alles verändert. Es kann der Moment sein, in dem das Schiff den Eisberg rammt. Es kann aber auch eine Situation sein, in der der Protagonist einfach beschließt: „So geht es nicht weiter.“ Dabei sollte so viel auf dem Spiel stehen, dass es eine richtige Katastrophe wäre, wenn der Protagonist deines Buches versagt.

3. Der Druck wird größer

Vielleicht wollte der Protagonist die Herausforderung zunächst nicht annehmen. Doch nun wird klar, wie viel wirklich auf dem Spiel steht und dass der Hauptfigur keine andere Wahl bleibt.

 

4. Ein kleiner Höhepunkt: der Midpoint

Zur Mitte des Buches sollte etwas Schlimmes/Spannendes/Großes – je nach Genre – passieren. Um den Leser bis zum eigentlichen Höhepunkt bei Laune zu halten, sollte auch hier etwas Herausragendes passieren. In “Die Tribute von Panem” schlagen hier beispielsweise die besonders fiesen Killerwespen zu.

5. Der Aha-Moment

Die größte Schwäche wird der Hauptfigur klar oder sie wird von einem Nebencharakter darauf aufmerksam gemacht.

Dies geschieht in der Regel am Ende des Mittelteils, kurz vor dem großen Höhepunkt.

6. Der Höhepunkt

Endlich wird der Höhepunkt der Geschichte erreicht.

Jetzt kommt er endlich. Der Höhepunkt. Die Lösung des Konflikts, der Kampf des Hauptcharakters um sein großes Ziel. Durch die Lektionen, die er im vorherigen Teil des Buches gemeistert hat, besiegt er seine Schwäche und gewinnt dadurch – mit einer letzten großen Anstrengung – den großen Kampf. An diesem Punkt steht alles unter Hochspannung: Die Ereignisse, die Gefühle, die Reaktionen. Die Seiten sollten nur do dahinfliegen, Jeder weiß, wenn es jetzt nicht klappt, dann klappt es niemals.

7. Der Genuss des Erfolges

Der Protagonist hat gesiegt und sonnt sich in seinem Erfolg. Im Liebesroman wäre dies der Moment nach dem Kuss oder der großen körperlichen Vereinigung – quasi die Zigarette danach – um den Leser sanft aus dem Buch zu entlassen. Beim Thriller oder Krimi erhaschen wir noch einen kurzen Blick, wie das Leben der Hauptpersonen ohne den großen Übeltäter weitergeht.

Bei Serien oder mehrteiligen Romanen wäre jetzt ein günstiger Moment, um neue Fragen aufzuwerfen, die neugierig auf mehr machen.

Die Heldenreise

Ein sehr bekanntes Modell zum Plotten ist außerdem die Heldenreise. Sie wurde von Christopher Vogler vor allem für Drehbuchautoren entwickelt, lässt sich natürlich aber auch auf Bücher anwenden.

Laut Wikipedia sind dies die einzelnen Stadien:

  1. Ausgangspunkt ist die gewohnte, langweilige oder unzureichende Welt des Helden.

  2. Der Held wird von einem Herold zum Abenteuer gerufen.

  3. Diesem Ruf verweigert er sich zunächst.

  4. Ein Mentor überredet ihn daraufhin, die Reise anzutreten, und das Abenteuer beginnt.

  5. Der Held überschreitet die erste Schwelle, nach der es kein Zurück mehr gibt.

  6. Der Held wird vor erste Bewährungsproben gestellt und trifft dabei auf Verbündete und Feinde.

  7. Nun dringt er bis zur tiefsten Höhle, zum gefährlichsten Punkt, vor und trifft dabei auf den Gegner.

  8. Hier findet die entscheidende Prüfung statt: Konfrontation und Überwindung des Gegners.

  9. Der Held kann nun den „Schatz“ oder „das Elixier“ (konkret: ein Gegenstand oder abstrakt: besonderes, neues Wissen) rauben.

  10. Er tritt den Rückweg an, während dessen es zu seiner Auferstehung aus der Todesnähe kommt.

  11. Der Feind ist besiegt, das Elixier befindet sich in der Hand des Helden. Er ist durch das Abenteuer zu einer neuen Persönlichkeit gereift.

  12. Das Ende der Reise: Der Rückkehrer wird zu Hause mit Anerkennung belohnt.

Rettet die Katze!

Hä?

Was will Serena denn nun von mir?

Ich kann da nichts für. So heißt das Buch von Blake Snyder , der die Heldenreise mit den Plot Points und der Drei-Akte-Struktur von Syd Field für seine Drehbuch-Planung zusammengeführt hat. Dadurch sind schon sehr viele erfolgreiche Hollywoodfilme entstanden. Und auch, wenn man sich als Romanautor natürlich nicht ganz so sklavisch an die einzelnen Punkte halten muss, empfehle ich jedem das Buch, da er viele großartige Tipps hat.

Hier aber nun die Übersicht:

Jage deine Figuren einen Baum hoch und bewirf sie mit Steinen.

(Verfasser unbekannt)

1. Eröffnungsbild
Eine Momentaufnahme des Problems oder des bisherigen Lebens der Hauptfigur.

 

4. Zweifel (Diskussion)  Die Veränderung ist beängstigend und der Protagonist glaubt nicht daran, dass er es schafft.
9. Der Midpoint
Der Protagonist bekommt alles oder nichts, von dem was sie will. Aber nicht alles, was wir wollen, ist das was wir am Ende wirklich brauchen.
13. Neue Hoffnung
… durch eine frische Idee. Hereinbrechen des dritten Aktes.

 

2. Entwicklung

Den  vorherigen Schnappschuss anreichern. Die Welt der Hauptfigur präsentieren und zeigen, was noch fehlt.
6. Entscheidung Der Protagonist trifft eine Wahl und die Reise beginnt. (Beginn des zweiten Aktes)
10. Bad Guys kommen näher

… und bekämpfen die Ziele der Hauptfigur.

 

 

14. Finale
Der Protagonist kann nun durch seine Erfahrung die Wahrheit erkennen und den Konflikt lösen. (Synthese)
3. Thema festlegen
Normalerweise es in ihrer Gegenwart ausgesprochen, aber sie versteht die Wahrheit nicht.
7. Die Nebenhandlung (B-Story) In den meisten Fällen eine Liebesgeschichte, in Liebesromanen eine Freundschaft.
11. Alles ist verloren
Der Gegenpol zum Midpoint. Der Protagonist realisiert, dass er alles verloren hat, oder dass alles, was er hat, bedeutungslos ist.
15. Finales Bild
Das Gegenteil des Eröffnungsbildes, das zeigt, wie sehr sich der Protagonist verändert hat.
4. Katalysator
Der Moment, der alles verändert.

 

 

8. Fun & Games
Hier wird gezeigt, die Prämisse verspricht.

 

12. Dunkelste Nacht der Seele
Der Protagonist ist am Boden zerstört und wälzt sich in Hoffnungslosigkeit.

 

 

16. Das Ende.
Ende gut, alles gut? Oder doch lieber offen lassen?

An die Stifte, fertig, los!

Es gibt Bauchschreiber und Plotter. Vielleicht weißt du noch nicht, zu welcher Kategorie du gehörst. In dem Fall kannst du es einfach ausprobieren.

Ich möchte aber auch denen, die aus dem Bauch heraus drauflosschreiben ans Herz legen, zumindest den Höhepunkt zu planen und das Ende der Geschichte. Die Gefahr ist sonst sehr groß, sich in eine Sackgasse zu schreiben. Auch der Mipoint ist übrigens eine Vorüberlegung wert.

Warum?

Weil die erste Euphorie für die neue Buchidee zumeist nach maximal 20 Seiten abebbt.

Der Höhepunkt ist dann noch 250 Seiten entfernt und es kann sehr frustrierend sein, wenn man keine Ahnung hat, was bis dahin noch alles passieren woll.

Also vielleicht doch nach der Heldenreise oder Blake Snyder plotten?

Viele Profis plannen sogar noch genauer. Nachdem die detaillierte Buchidee mit 7-16 Plottpunkten steht, werden die einzelnen Kapitel geplant. Wenn wir von der Standardlänge eines Romans von 300 Seiten ausgehen und jedes Kapitel 10 Seiten lang sein soll, brauchen wir 30 Kapitel. Bei kürzeren Kapiteln dementsprechend mehr.

Und was habe ich davon?

Du bist schon vorher sicher, dass deine Geschichte aufgehen wird. Du beugst Schreibblockaden vor, da es leichter ist sich an den Schreibtisch zu setzen wenn man weiß, was man schreiben will.

Kapitel bestehen aus einzelnen Szenen.

Was gehört in eine gute Buchszene?

Das erfährst du in diesem Video:

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Was machte eine gute Buchszene aus?
  • Sie treibt die Geschichte voran
  • Sie trägt zu Charakterentwicklung bei
  • Es gibt Konflikte
  • Sie weckt Emotionen

 

Und jetzt geht es an die Kapitelplanung

Jedes Kapitel besteht in der Regel aus mehreren Szenen. Jetzt kannst du grob planen, welche Szenen in welchem Kapitel vorkommen sollen. Das könnte beispielsweise so aussehen:

Kapitel 1:
  • Kennernlernen Cassie. Liebesvoll bereitet sie eine Überraschung für ihren Freund vor.
  • Freund kommt nach Hause, verhält sich selltsam, macht Schluss.
  • Cassie fährt am Boden zerstört nach Hause.
Kapitel 2:
  • Cassie badet im Schmerz
  • Benachrichtigt Freundinnen
  • Neuer Hoffunungsschimmer, dass es doch nicht zu Ende ist.
Kapitel 3:
  • Cassie schleppt sich zur Arbeit
  • Erste Erinnerung, als alles noch toll war
  • Lernt Kollegin näher kennen, die sie auf ihren verheulten Zustand anspricht.

 

Macht euch keine Sorgen, wenn einzelne Szenen noch fehlen oder zunächst etwas unspektakulär erscheinen: Viele Feinheiten entwickeln sich erst beim Schreiben, wenn man mitten in der Geschichte drin ist.

Denn relativ bald sollte der Punkt kommen, wo ihr euch vom Plotten löst. Und dann sollte ihr rein ins – inzwischen nicht mehr ganz so kalte Wasser, denn ihr habt ja geplottet – und schreiben.

 

Übrigens …

Ich habe genau diese Methode genutzt, um meine historische Familiensaga “Die Hofgärtnerin” zu plotten.

Schreiben ist einfach. Alles, was du machen musst, ist dich an die Schreibmaschine zu setzen und zu bluten.

Ernest Hemingway

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